Kunst im Ghetto

– von Schmerke Kaczerginski (1908-1954)

VilnaDas kulturelle Leben im Ghetto war sowohl geistiger Widerstand wie auch ein finaler schöpferischer Akt. Die Künstler waren zum Sterben verdammt, konnten aber mit dem künstlerischen Schaffen nicht aufhören, also waren sie zum künstlerischen Arbeiten verdammt…
Die Revolte der Juden gegen die Hitlerleute in Wilna wurde nicht nur durch Revolver, Gewehre, Granaten und Maschinengewehre unterstützt, die unter großer Aufopferung ins Ghetto geschmuggelt wurden. Auch das gesprochene und geschriebene Wort diente der Revolte. Auch wenn es zu früh oder unmöglich war, sich den Mördern physisch entgegen zu stellen, war der moralische Widerstand außerordentlich stark. Das gab uns die Stärke weiter zu leben und die Kraft, die Funken des Widerstandes zu schüren. Als Ergebnis des hartnäckigen geistigen Widerstandes (in Form von Vorträgen, Theater, Liedern u.a.) befanden sich hunderte von Juden aus Wilna in den Partisanencamps in den litauischen und weißrussischen Wäldern. (aus den Memoiren)

Isaac Stern spielt seine Geige trotz eines Alarms wegen einer Giftgasattacke von Saddam Hussein. Während eines Bach Konzertes in Jerusalem am 23. Februar 1991, während des ersten Golfkrieges, verlässt das Orchester die Bühne und das Publikum schützt sich mit Gasmasken – und Isaac Stern spielt Geige.

https://www.youtube.com/watch?v=TZFWV0UIuNM